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Angriffe aus dem Netz

Laut dem Bericht „Angriffe aus dem Netz – Was Firmen für mehr Cybersicherheit tun können“ der Tagesschau nehmen Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen sowohl in Häufigkeit a…

Angriffe aus dem Netz

Angriffe aus dem Netz

Was Unternehmen für mehr Cybersicherheit tun müssen

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Angriffe aus dem Netz

Was Unternehmen für mehr Cybersicherheit tun müssen

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VERÖFFENTLICHT 28. Februar 2026

Laut dem Bericht „Angriffe aus dem Netz – Was Firmen für mehr Cybersicherheit tun können“ der Tagesschau nehmen Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen sowohl in Häufigkeit als auch in Ausmaß zu, verursachen massive wirtschaftliche Schäden und legen erhebliche Schwachstellen offen, insbesondere bei kleinen und mittleren Betrieben.

Allein im vergangenen Jahr verursachten Cyberangriffe nach einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom rund 200 Milliarden Euro Schaden in der deutschen Wirtschaft. Die Angriffe gehen sowohl von privaten kriminellen Gruppen als auch von staatlichen Akteuren aus, was die Komplexität und die geopolitische Dimension der Bedrohungslage verdeutlicht.

Kein Unternehmen ist immun

Der Bericht macht deutlich, dass kein Betrieb vollständig geschützt ist. Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus allen Branchen waren bereits betroffen. Als jüngstes Beispiel wird die Deutsche Bahn genannt, wo ein großangelegter DDoS-Angriff Ticketbuchungen, Verbindungssuche und digitale Dienste für mehrere Stunden störte.

Ein DDoS-Angriff funktioniert, indem eine Website mit einer riesigen Zahl gleichzeitiger Anfragen von Tausenden Geräten überflutet wird, bis das System überlastet und nicht mehr erreichbar ist. Wie der Cybersicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker erläutert, werden diese Angriffe immer größer und schwerer zu verhindern. Im Fall der Deutschen Bahn habe das Unternehmen schnell und angemessen reagiert. Allerdings verfügen nicht alle Organisationen über vergleichbare Cybersicherheitsstrukturen.

Kipker warnt, Deutschland sei „weit von dort entfernt, wo es sein sollte“, insbesondere beim Schutz kritischer Infrastruktur.

Kleine und mittlere Unternehmen hinken hinterher

Während große Konzerne häufig etablierte Cybersicherheitsstrukturen haben, fehlen vielen kleinen und mittleren Unternehmen selbst grundlegende Schutzmaßnahmen. Dem Bericht zufolge fehlen grundlegende Absicherungen häufig, wodurch Unternehmen exponiert bleiben.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bestätigt, dass Unternehmen enormen Druck verspüren. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 80 % der Unternehmen in den kommenden fünf Jahren erhebliche Schäden oder Störungen durch hybride Angriffe befürchten. Hybride Angriffe verbinden Cyberoperationen mit physischer Sabotage oder Desinformationskampagnen.

Alarmierend ist: Nur jedes zehnte Unternehmen fühlt sich auf solche Szenarien gut vorbereitet, während 40 % einräumen, überhaupt nicht vorbereitet zu sein.

Energie- und Finanzsysteme sind gefährdet

Die größten Befürchtungen der Unternehmen betreffen Störungen der Energieversorgung, die die Produktion vollständig zum Erliegen bringen könnten. Ebenso tief besorgt sind Unternehmen über Unterbrechungen im Finanzsystem — Situationen, in denen Zahlungen nicht ausgeführt, Rechnungen nicht beglichen oder Bankkonten nicht erreicht werden können.

Ein weiteres großes Risiko betrifft Eingriffe in IT- und Datensysteme, die Unternehmen den Zugriff auf Aufträge oder Betriebsinformationen verwehren könnten.

Interne Angriffe auf Infrastruktur wie Energiesysteme gelten als noch gefährlicher als externe DDoS-Angriffe. Während größere Unternehmen über Schutzmechanismen verfügen können, ist das bei vielen kleineren Firmen nicht der Fall.

Grundlegende Maßnahmen werden oft übersehen

Der Cybersicherheitsexperte Kipker betont, dass die Vorbereitung mit grundlegenden Maßnahmen beginnen muss. Unternehmen sollten Zugänge mit Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern, die Zugriffsrechte der Beschäftigten regelmäßig überprüfen und Berechtigungen beim Ausscheiden von Mitarbeitenden sofort entziehen.

Er weist zudem auf das Risiko hin, dass verärgerte ehemalige Beschäftigte von cyberkriminellen Gruppen angeworben werden.

Regelmäßige Software-Updates sind unerlässlich, da ungepatchte Systeme Sicherheitslücken schaffen, die mit der Zeit gefährlicher werden. Ebenso wichtig sind konsequente Datensicherungen und ein klarer Überblick über alle Geräte, die mit dem Unternehmensnetz verbunden sind — einschließlich privater Smartphones, die auf das Firmen-WLAN zugreifen.

Notfallplanung ist unverzichtbar

Zugleich betont Kipker, dass es eine hundertprozentige Cybersicherheit nicht gibt. Deshalb muss jedes Unternehmen einen klaren Notfallplan haben. Entscheidungswege während eines Angriffs müssen vorab festgelegt und Strategien für die externe Kommunikation im Voraus vorbereitet sein. Cybervorfälle sollten nicht verschwiegen werden. Stattdessen sind Transparenz und strukturiertes Krisenmanagement entscheidend. Wintergerst vergleicht die Cybervorsorge mit dem Leistungssport: Unternehmen müssen Krisenszenarien regelmäßig trainieren, um im Ernstfall wirksam reagieren zu können.

Staatliche Akteure werden zunehmend aktiv

Der Bericht hebt auch die wachsende Rolle staatlicher Akteure bei Cyberangriffen hervor. Neben organisierten kriminellen Gruppen agieren einige private Akteure im Auftrag von Regierungen, insbesondere zu Spionagezwecken. Die Grenze zwischen staatlichen und privaten Angriffen verschwimmt zunehmend.

Nach Angaben von Bitkom lassen sich die meisten staatlich verbundenen Angriffe auf China oder Russland zurückführen. Auch das Bundesinnenministerium meldet einen starken Anstieg von Destabilisierungsversuchen durch Sabotage und Spionage.

Darüber hinaus haben Fortschritte bei künstlicher Intelligenz die Einstiegshürde für Cyberkriminalität gesenkt. Kipker merkt an, dass heute nahezu jede Person mithilfe von KI-Werkzeugen wie Chatbots cyberkriminell aktiv werden kann.

Neue EU-Regeln erhöhen die Anforderungen

Seit Dezember 2025 gelten für Unternehmen in Deutschland durch eine neue EU-Richtlinie strengere Anforderungen. Dazu zählen erweiterte Meldepflichten für Sicherheitsvorfälle und härtere Sanktionen bei Verstößen.

Kipker hält die Richtlinie für „einen Schritt in die richtige Richtung“, da sie die Unternehmensleitungen zwingt, Cybersicherheit ernster zu nehmen. Zugleich räumt er ein, dass Zögern und Unsicherheit im Umgang mit Cyberrisiken unter Unternehmen weit verbreitet bleiben.

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Ein strukturelles Geschäftsrisiko

Die Gesamtbotschaft des Tagesschau-Berichts ist eindeutig: Cyberangriffe sind längst keine isolierten technischen Zwischenfälle mehr, sondern ein strukturelles Geschäftsrisiko, das die gesamte deutsche Wirtschaft betrifft. Das Ausmaß der finanziellen Schäden, die wachsende Raffinesse der Angreifer und die Beteiligung staatlicher Akteure deuten allesamt auf ein Bedrohungsumfeld hin, das fortbestehen wird.

Für deutsche Unternehmen ist Cybersicherheit keine Option mehr — sie ist ein Kernelement betrieblicher Stabilität und wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit.

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