Markteinblicke

Österreichs Wirtschaft steht ein holpriger Sommer bevor: Der Iran-Krieg löst Abkühlung und steigende Preise aus

Laut der Konjunkturveröffentlichung „Österreich Aktuell“ der Bank Austria vom Juni 2026 wird Österreichs Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 stagnieren, belastet von den ge…

Österreichs Wirtschaft steht ein holpriger Sommer bevor: Der Iran-Krieg löst Abkühlung und steigende Preise aus

Österreichs Wirtschaft steht ein holpriger Sommer bevor: Der Iran-Krieg löst Abkühlung und steigende Preise aus

Eine fragile Erholung trifft auf Turbulenzen, während die Energiekosten nach oben schießen, die Arbeitslosigkeit klettert und der Haushaltsausblick sich eintrübt

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VERÖFFENTLICHT 28. Juni 2026

Laut der Konjunkturveröffentlichung „Österreich Aktuell“ der Bank Austria vom Juni 2026 wird Österreichs Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 stagnieren, belastet von den geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges. Eine moderate Erholung bleibt für das Gesamtjahr zwar möglich, doch steigende Inflation und ein sich verschlechternder Arbeitsmarkt verkomplizieren das Bild erheblich.

Aus einer sanften Landung wird ein Stolpern

Die Bank Austria erwartet für Österreichs Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 Stagnation, eine direkte Folge der Wirkung des Iran-Konflikts auf Konsum- und Investitionsverhalten. Die begonnene vorsichtige Erholung dürfte wieder anlaufen, sobald sich der Konflikt beruhigt, doch der Weg nach vorn ist deutlich holpriger geworden. Für das Gesamtjahr 2026 hält die Bank Austria an ihrer BIP-Wachstumsprognose von 0,8 Prozent fest, mit einer moderaten Verbesserung auf 1,2 Prozent im Jahr 2027.

Die Arbeitslosigkeit klettert, die Erholung verzögert sich

Österreichs Arbeitslosenquote stieg im April saisonbereinigt auf 7,6 Prozent und hielt sich im Mai auf diesem Niveau. Die vom Iran-Krieg verursachte Verlangsamung der Erholung dürfte jede spürbare Verbesserung am Arbeitsmarkt um mehrere Monate nach hinten schieben. Die Bank Austria hat ihre Arbeitslosenprognose für 2026 auf 7,5 Prozent nach oben korrigiert, gegenüber 7,4 Prozent im Jahr 2025. Ein stabiler Abwärtstrend der Arbeitslosigkeit — teils von demografischen Effekten gestützt — wird erst 2027 erwartet, wenn die Quote auf mindestens 7,4 Prozent fallen könnte.

Das Haushaltsdefizit unter Druck

Österreichs gesamtstaatliches Defizit fiel 2025 auf 21,5 Milliarden Euro — 4,2 Prozent des BIP — und lag damit unter den ursprünglich geplanten 4,5 Prozent. Die Regierungsparteien haben sich auf den Rahmen eines Doppelbudgets für 2027 und 2028 verständigt, mit Defizitzielen von 3,5 Prozent des BIP im Jahr 2027 und 3,0 Prozent im Jahr 2028. Die Bank Austria hält diese Ziele für sehr eng, ohne Spielraum bei einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung als erwartet. Sie hat ihre eigene Defizitprognose daher auf 4,0 Prozent für 2026 und 3,8 Prozent für 2027 erhöht.

Die Inflation beschleunigt sich — nun kommen die Dienstleistungspreise zur Energie hinzu

Der Sprung der Energiepreise nach dem Iran-Konflikt trieb die österreichische Inflation ab März scharf nach oben, wobei die Rate im Mai 3,7 Prozent erreichen dürfte — teils getrieben von ersten Zweitrundeneffekten auf die Dienstleistungspreise. Die Bank Austria erwartet, dass die Inflation in den kommenden Monaten auf diesem erhöhten Niveau oder darüber bleibt. Entsprechend hat die Bank ihre Inflationsprognose für 2026 von 3,0 auf 3,4 Prozent erhöht. Ein Rückgang auf 2,6 Prozent wird für 2027 weiterhin erwartet.

Die EZB erhöht die Zinsen — weitere Schritte im Herbst erwartet

Die Europäische Zentralbank erhöhte ihre Leitzinsen im Juni um 25 Basispunkte, ein breit erwarteter Schritt. Die Bank Austria erwartet, dass die EZB nach diesem Schritt eine Pause einlegt, bevor sie im September mit einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte fortsetzt. Die Finanzierungskosten bleiben damit auf Aufwärtskurs und erhöhen den Druck auf österreichische Haushalte und Unternehmen zu einem Zeitpunkt, an dem die wirtschaftliche Dynamik ohnehin stockt.

Die Nachfrage nach Investitionskredit schwächelt

Nach fast drei Jahren Rückgang hatte sich die Kreditnachfrage der Unternehmen in Österreich ab Mitte 2025 zu erholen begonnen, getrieben von der steigenden Nachfrage nach langfristiger Investitionsfinanzierung. Der Iran-Konflikt bedroht diesen Trend nun. Nach dem Bank Lending Survey der Oesterreichischen Nationalbank dürfte die Kreditnachfrage der Unternehmen im zweiten Quartal 2026 erneut sinken, da die Betriebe ihre Investitionspläne angesichts erhöhter Unsicherheit zurückstellen. Die Nachfrage nach Wohnbaukrediten hält sich dagegen weiter — gestützt von Finanzierungskosten, die deutlich unter ihrem Höchststand von 2024 liegen.

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Ausblick: vorsichtige Erholung, erhebliche Risiken

Das Basisszenario der Bank Austria bleibt eine vorsichtige, allmähliche Erholung — doch die Risiken sind klar nach unten gerichtet. Ein länger andauernder Iran-Konflikt, anhaltend hohe Energiepreise, weitere Zinserhöhungen und begrenzte fiskalische Flexibilität bedeuten alle erheblichen Gegenwind. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob Österreichs Wirtschaft diese turbulente Strecke bewältigt und bis 2027 einen stabileren Wachstumspfad wiederfindet.

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