Der Schweizer Arbeitsmarkt im Januar 2026
Laut dem auf admin.ch veröffentlichten SECO-Arbeitsmarktbericht für Januar 2026 startete die Schweiz mit einem moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit ins neue Jahr — eine Entwicklung, die die Behö…
Der Schweizer Arbeitsmarkt zu Beginn des Jahres 2026
Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn
VERÖFFENTLICHT 28. Februar 2026
Laut dem auf admin.ch veröffentlichten SECO-Arbeitsmarktbericht für Januar 2026 startete die Schweiz mit einem moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit ins neue Jahr — eine Entwicklung, die die Behörden weitgehend auf typische saisonale Faktoren und nicht auf eine strukturelle Verschlechterung der Arbeitsnachfrage zurückführen.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) meldete für Januar 2026 152.280 registrierte Arbeitslose, ein Plus von 5.005 gegenüber Dezember 2025. Die nationale Arbeitslosenquote stieg damit leicht auf 3,2 %. Der Monatsanstieg ist zwar spürbar, das Niveau bleibt im internationalen Vergleich jedoch niedrig und entspricht weitgehend dem historisch angespannten Schweizer Arbeitsmarkt.
Das breitere Maß für die Unterauslastung des Arbeitsmarkts zeigt ein ähnliches Bild. Die Zahl der registrierten Stellensuchenden erreichte 248.358 und damit 5.764 mehr als im Vormonat, was darauf hindeutet, dass die Winterflaute sowohl Arbeitslose als auch den weiteren Kreis der Stellensuchenden traf. Die Einschätzung des SECO legt dennoch nahe, dass das zugrunde liegende Beschäftigungsumfeld vergleichsweise stabil bleibt.
Wintersaisonalität steht hinter dem Anstieg
Das SECO betont, dass der Anstieg im Januar weitgehend wiederkehrende saisonale Effekte widerspiegelt. Die Beschäftigung schwächt sich zu Jahresbeginn typischerweise ab, insbesondere in witterungsabhängigen Branchen wie dem Bau und bestimmten Dienstleistungstätigkeiten. Zudem laufen befristete Verträge nach der Feiertagszeit häufig aus, was zum saisonalen Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit beiträgt.
Dieses Muster ist in der Schweizer Arbeitsmarktstatistik gut dokumentiert und deutet zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf eine breit angelegte Verschlechterung der Arbeitsnachfrage hin. Die Daten legen daher nahe, dass der Arbeitsmarkt normale saisonale Schwankungen und keinen konjunkturellen Stress erlebt.
Die Jugendarbeitslosigkeit zieht leicht an
Innerhalb der Gesamtzahlen zeigte die Jugendarbeitslosigkeit einen merklichen Monatsanstieg. Das SECO meldete 13.650 Arbeitslose im Alter von 15 bis 24 Jahren, 987 mehr als im Dezember. Die Jugendarbeitslosenquote lag bei 2,6 % und bleibt damit relativ niedrig, signalisiert aber eine gewisse Abschwächung am Rand.
Die Jugendbeschäftigung reagiert typischerweise empfindlicher auf saisonale Einstellungsmuster und befristete Verträge, weshalb dieses Segment besonders auf Winterschwankungen anspricht. Für Arbeitgeber und Politik unterstreichen die Daten, wie wichtig die laufende Beobachtung der Einstiegsbedingungen am Arbeitsmarkt bleibt, auch wenn das absolute Niveau begrenzt ist.
Die Langzeitarbeitslosigkeit steigt moderat
Der Bericht verzeichnete auch einen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Januar waren 23.623 Personen länger als ein Jahr arbeitslos, 1.093 mehr als im Vormonat. Langzeitarbeitslose machten 15,5 % aller Arbeitslosen aus.
Der Anteil ist zwar nicht beunruhigend hoch, die Aufwärtsbewegung verdient jedoch Beachtung. Langzeitarbeitslosigkeit kann auf tiefere strukturelle Reibungen am Arbeitsmarkt hinweisen, insbesondere wenn sie über saisonale Schwankungen hinaus anhält. Derzeit bleibt das Gesamtniveau im Schweizer Kontext jedoch moderat.
Die Kurzarbeit geht weiter zurück
Eines der beruhigenderen Signale der SECO-Mitteilung stammt von der Kurzarbeit, die häufig als Frühindikator für Belastungen am Arbeitsmarkt dient. Nach den zuletzt verfügbaren Daten waren im November 2025 6.090 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen, ein Rückgang um 2.095 gegenüber Oktober. Auch die Zahl der Unternehmen mit Kurzarbeit sank auf 391, 134 weniger als im Vormonat. Dieser anhaltende Rückgang deutet darauf hin, dass Unternehmen derzeit weniger auf arbeitsmarktpolitische Notfallinstrumente zurückgreifen, was auf weitgehend stabile Geschäftsbedingungen hinweist.
Für Arbeitsmarktbeobachter bestärkt der begrenzte Einsatz von Kurzarbeit die Einschätzung, dass der jüngste Anstieg der Arbeitslosigkeit primär saisonal und nicht konjunkturell bedingt ist.
Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren verzeichnen höhere Zugänge
Die Januardaten spiegeln auch die aktiven Bewegungen am Arbeitsmarkt wider. Saisonale Abschwächungen führen typischerweise zu höheren Zugängen bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV/ORP), und die jüngsten Zahlen passen zu diesem Muster. Der Anstieg der registrierten Stellensuchenden zeigt, dass das System weiterhin erhebliche Arbeitsmarktbewegungen abwickelt, auch wenn einige Branchen bei den Einstellungen pausierten.
Wichtig ist: Der Schweizer Arbeitsmarkt zeichnet sich im internationalen Vergleich weiterhin durch eine relativ kurze Dauer der Arbeitslosigkeit und hohe Wiederbeschäftigungsquoten aus — Faktoren, die vorübergehende Anstiege abfedern.
Gesamteinschätzung: stabil, aber saisonal schwächer
Insgesamt zeichnen die SECO-Zahlen das Bild eines Arbeitsmarkts, der grundsätzlich robust bleibt, aber einer vorhersehbaren Winterabschwächung unterliegt. Die Arbeitslosenquote von 3,2 % ist im historischen und internationalen Vergleich weiterhin niedrig, und der anhaltende Rückgang der Kurzarbeit deutet auf eine widerstandsfähige zugrunde liegende Arbeitsnachfrage hin.
Gleichzeitig verdienen die Anstiege bei der Jugend- und der Langzeitarbeitslosigkeit Beachtung, insbesondere falls die saisonalen Effekte länger als üblich anhalten sollten. Derzeit deuten die Daten jedoch nicht auf eine breite Verschlechterung der Beschäftigungslage in der Schweiz hin.
Ausblick: anhaltende Stabilität erwartet
Mit Blick nach vorn dürfte der Schweizer Arbeitsmarkt stabil bleiben, sofern sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld nicht deutlich eintrübt. Wenn die saisonalen Effekte in den kommenden Monaten auslaufen, geht die Arbeitslosigkeit unter normalen wirtschaftlichen Bedingungen typischerweise wieder zurück. Für Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind, bleibt das Umfeld von knappem Arbeitskräfteangebot, moderaten saisonalen Schwankungen und insgesamt widerstandsfähigen Beschäftigungsbedingungen geprägt. Die Personalplanung wird daher weiterhin stärker von der Verfügbarkeit von Fachkräften begrenzt als von einer Nachfrageschwäche.
Fazit: Die Schweiz startete mit einem saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit in das Jahr 2026, die Fundamentaldaten des Arbeitsmarkts bleiben jedoch solide. Sofern keine externen Schocks eintreten, deuten die Bedingungen in den kommenden Monaten auf anhaltende Stabilität statt auf eine nennenswerte Verschlechterung hin.
Quelle: reformbusiness.com