Die Schweiz erwartet 2026 ein unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum
Eine Abwärtskorrektur der Wachstumserwartungen
Die Schweiz erwartet 2026 ein unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum
Steigende Energiepreise und globale Unsicherheit belasten den Ausblick trotz Anzeichen einer Stabilisierung
VERÖFFENTLICHT 27. März 2026
Eine Abwärtskorrektur der Wachstumserwartungen
Laut einer Prognose der Expertengruppe des Bundes für Konjunkturprognosen wurden die Wachstumsaussichten der Schweiz für 2026 leicht nach unten korrigiert; für das BIP wird ein Wachstum von 1,0 % erwartet. Das entspricht einem unterdurchschnittlichen Wachstum und spiegelt zunehmende wirtschaftliche Herausforderungen wider, insbesondere im internationalen Umfeld. Die Prognose folgt auf frühere Erwartungen einer etwas stärkeren Entwicklung und deutet auf einen vorsichtigeren Ausblick für die Schweizer Wirtschaft hin.
Die jüngsten Daten deuten auf eine kurzfristige Stabilisierung
Trotz der schwächeren Prognose deuten die jüngsten Konjunkturdaten auf eine gewisse Stabilisierung zum Ende des Jahres 2025 hin.
Das Schweizer BIP wuchs im vierten Quartal nach einem vorherigen Rückgang um 0,2 %, was darauf hindeutet, dass die Wirtschaft wieder etwas Tritt gefasst hat. Frühindikatoren und Umfragen deuten zudem darauf hin, dass sich das Wachstum im ersten Quartal 2026 fortgesetzt hat, wenn auch in bescheidenem Tempo.
Globale Konflikte treiben die Energiepreise
Ein zentraler Faktor für den Ausblick ist der Anstieg der globalen Energiepreise, der mit geopolitischen Spannungen zusammenhängt, insbesondere mit dem Konflikt im Nahen Osten. Seit Ende Februar sind die internationalen Energiepreise deutlich gestiegen, was die Weltwirtschaft zusätzlich belastet und zu einer höheren erwarteten Inflation beiträgt.
Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts macht die künftige wirtschaftliche Entwicklung schwer vorhersehbar.
Die Inflation dürfte leicht steigen
Als Reaktion auf die höheren Energiepreise wird für die Schweiz nun eine etwas höhere Inflation als zuvor prognostiziert, die 2026 rund 0,4 % erreichen dürfte. Im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften bleibt dieser Wert zwar niedrig, signalisiert aber eine Abkehr von den früheren Erwartungen eines noch schwächeren Preisanstiegs. Zugleich könnte die höhere Inflation die Dynamik des privaten Konsums dämpfen, der eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Stabilität war.
Äußerer Druck belastet Exporte und Investitionen
Die exportorientierte Schweizer Wirtschaft sieht sich weiterhin mit einer gedämpften globalen Nachfrage und dem starken Franken konfrontiert. Diese Faktoren belasten zentrale Wirtschaftsbereiche, insbesondere jene mit starker internationaler Ausrichtung. In der Folge wird auch die Investitionstätigkeit gebremst, was das Gesamtwachstum weiter begrenzt.
Der Arbeitsmarkt spiegelt die Konjunktur
Die wirtschaftliche Lage zeigt sich auch in der Entwicklung des Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenquote dürfte 2026 im Jahresdurchschnitt auf 3,0 % steigen, bevor sie 2027 allmählich wieder sinkt. Dieser Anstieg fällt zwar vergleichsweise moderat aus, spiegelt aber die allgemeine Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit und die Herausforderungen der Unternehmen wider.
Aussicht auf eine allmähliche Verbesserung 2027
Mit Blick nach vorn dürfte die Schweizer Wirtschaft 2027 wieder an Schwung gewinnen; das Wachstum soll auf 1,7 % steigen. Diese Verbesserung hängt mit der Erwartung einer stärkeren globalen Nachfrage und einer allmählichen Erholung bei wichtigen Handelspartnern zusammen, insbesondere in Europa. Auch die höhere Auslastung der Produktionskapazitäten dürfte die Investitionstätigkeit stützen.
Die Unsicherheit bleibt ein zentraler Risikofaktor
Trotz der Aussicht auf eine allmähliche Erholung bleibt die Unsicherheit ein zentrales Thema. Die weitere Entwicklung geopolitischer Konflikte, der Energiemärkte und der globalen Wirtschaftslage wird entscheidend für den Kurs der Schweizer Wirtschaft sein. Die Prognose hebt hervor, dass sich die Wirtschaft zwar stabilisiert, aber anfällig für externe Schocks bleibt.
Quelle: reformbusiness.com